In der Nacht zum ersten November wird Samhain gefeiert. Es ist das Fest im Jahreskreis, das das Jahr beschließt. Das macht auch Sinn, denn das nächste Fest, Yule oder Jul, feiert mit der Wintersonnwende die Rückkehr des Lichts. Dann geht es auch wieder aufwärts und die Nächte werden kürzer.

Aber noch ist es nicht soweit.

Wir denken an die Ahnen und die Toten. Das Wetter ist meist trüb, so dass es auch von der Stimmung her passt.

Draußen riecht es leicht modrig, die meisten Bäume sind schon kahl, Nebel wabert in den Tälern und die Nächte werden immer länger.

Die ersten Bodenfröste kommen und die Natur trifft die letzten Vorbereitungen für den Winter.

Es ist die Zeit von Kerzen, sich einkuscheln, bei einer dampfenden Tasse Tee etwas Schönes lesen.

Wir fühlen uns nicht mehr so leicht wie noch vor ein paar Wochen und ziehen uns in uns zurück.

Auch wir selbst werden ruhiger, in uns gekehrter und denken mehr nach über das was war und das, was noch kommen wird.

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Die Zeit wird mit dem Tod verbunden.

Tod bedeutet auch immer Loslassen, sich verabschieden. Von Menschen, Dingen, Projekten, Eigenschaften.
Sie haben Dich ihre Zeit begleitet und haben Einfluss auf Dich genommen, waren in Deinen Gedanken und in Deinem Herzen, aber das ist nun vorbei.

In welcher Lebensphase bist Du gerade? Kündigt sich eine neue an?

Es ist Zeit für einen Abschied in Dankbarkeit für die vergangene Lebensphase. Wenn dabei Trauer hochkommt, dann ist das in Ordnung und auch gut so.

Was möchtest Du in diesem Jahr zurücklassen, was möchtest Du mitnehmen? Von wem oder was willst Du Dich trennen? Was hindert Dich am Voranschreiten?
Wenn es Dir nicht leicht fällt, loszulassen, dann kann ich Dich dabei unterstützen.

Mit wem oder was willst Du Dich aussöhnen? Das müssen nicht nur Menschen sein, das können auch Deine Eigenschaften sein?

Wir können leichter in dieser Zwischenzeit zwischen Tagundnachtgleiche und Sonnwende auch in die Zwischenwelt eintauchen, mit den Spirits und den Ahnen Kontakt aufnehmen.

Sie sind uns vorangegangen, aber ein Teil ist immer noch da. Gerade von unseren Ahnen lebt immer noch ein Stück in uns und daher können wir mit ihnen in Kontakt treten. Eine dunkle Schale mit Wasser oder ein Spiegel, in den Du nicht direkt hineinschaust, können Dir dabei helfen.

Aber lass Dich nicht zu sehr von dieser Schattenwelt einfangen und Dich hineinziehen. Um wieder im Hier und Jetzt anzukommen hilft Essen oder Tanzen, alles abschütteln.

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Meine Tipps gegen dustere Gedanken:

  • Wenn die Gedanken zu trüb werden, dann vertreibe sie mit Kerzen und ätherischen Ölen. Alle Zitrusdüfte eignen sich wunderbar, um die Stimmung aufzuhellen. Ich würde Dir Bergamotte oder als Mischung Citrus Fresh empfehlen.
  • Nutze das Tageslicht, auch wenn die Sonne nicht scheint, um Deine Vitamin-D-Produktion etwas anzukurbeln. Bewegung und Licht helfen Dir, im Gleichgewicht zu bleiben.
  • Ingwer-Tee wärmt Körper und Seele: Scheide frischen Ingwer in dünne Scheiben, presse eine halbe Zitrone aus und übergieße das mit heißem Wasser. Ein wenig Honig macht den Tee süßer.
  • Johanniskraut hat die Kraft des Lichts und der Sonne. Wenn Du ihn im Sommer gesammelt und getrocknet hast, dann kannst Du ihn nun auch aufbrühen und als Tee trinken. Oder Du holst ihn Dir aus dem Bio-Laden oder dem Reformhaus. Johanniskraut braucht eine Weile, um zu wirken. Ein wichtiger Hinweis: Wenn Du die Pille nimmst, dann kann Johanniskraut die Wirkung beeinträchtigen.
  • Nimm Dir bewusst Zeit für Dich, verwöhne Dich ein wenig und Schokolade ist da auch nicht die schlechteste Idee.

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Ein paar Ritualideen für Samhain:

  • Da es auch das heidnische Neujahr ist, ist es die perfekte Zeit zum Orakeln. Ziehe eine Karte, die symbolisch für die kommenden zwölf Monate stehen soll. Ich nehme z.B. immer das Göttinnen-Geflüster* und ziehe eine Göttin, die mich ein Jahr begleiten wird.
  • Lass das vergangene Jahr Revue passieren. Was war gut, was hätte besser laufen können?
  • Gedenke der Toten und der Ahnen. Das müssen nicht Deine leiblichen Vorfahren sein, das können auch verstorbene Menschen sein, die Dich beeinflusst haben. Und vergiss Deine Tiere nicht, die über die Regenbogenbrücke gegangen sind. Welche Eigenschaften hast Du von ihnen übernommen? Was hat Dich geprägt? Sei dankbar dafür, dass es sie gegeben hat, denn ohne sie wärst Du nicht hier und auch nicht der Mensch, der Du bist. Wer Du sein wirst, das ist aber Deine Entscheidung.
  • Nimm Dir bewusst Zeit zum Trauern. Trauere um Menschen, aber auch um Projekte, Ideen, die Du begraben hast. Wenn es Dir schwer fällt, in diese Gefühle zu gehen, dann lass leise entsprechende Musik laufen. Tränen wollen geweint werden, aber sie reinigen, es gehört zum Leben dazu.
  • Bitte die Ahnen und die Spirits um Hilfe und Unterstützung für das, was Du in den nächsten Wochen und Monaten planst.
  • Schreibe auf einen Zettel oder ein Stück Holz das, was Du wirklich wirklich loslassen willst. Stelle Dir vor, wie es ist, wenn es fort ist und nie mehr wiederkommt. Gehe in Dein Gefühl hinein und spüre ganz tief in Dich hinein. Wie fühlt es sich an, wenn es nicht mehr da ist? Und dann entscheide, ob Du es wirklich loswerden willst. Wenn ja, dann verbrenne den Zettel oder das Holz. Du kannst es auch einem Bach oder einem Fluss übergeben.
  • Gehe zu einem Bach oder einem Fluss und meditiere über den Fluss des Lebens. Werde Dir bewusst, dass auch wenn es Abschiede und Trauer gibt, die dunkle Zeit einer hellen Zeit weichen wird. So ist es jeden Tag und jede Nacht und auch im Kreis des Jahres. In wenigen Wochen wird das Licht zurückkommen und wieder stärker werden, bis es zur Frühjahrstagundnachtgleiche die Macht wieder ganz übernimmt.
  • Räuchern erleichtert es Dir, in die Zwischenwelt einzutauchen und es ist gleichzeitig ein Opfer an die Spirits. Weihrauch, Copal, Wacholder oder Beifuß eignen sich besonders. Wenn es dir mit der Rauchentwicklung zu viel wird, dann nimm ätherische Öle. Auch hier eignen sich Weihrauch und Copaiba.
  • Stelle draußen Opfergaben für die Geister hin und entzünde eines der Grablichter dazu. Kürbisse, Bier, Granatäpfel, Äpfel und Nüsse eignen sich besonders.
  • Da die Schleier zwischen den Welten jetzt besonders dünn sind, ist es wichtig, Dich nach dem Ritual wieder gut zu erden. Iss etwas Herzhaftes, Warmes, eine Kürbis- oder Kartoffelsuppe und trinke ausreichend Wasser oder Tee.

Und jetzt Du! Wie feierst Du Samhain? Schreibe mir doch einen Kommentar.

 

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