Im Winter zieht sich die Natur zurück und ruht sich aus. Das Jahr geht zur Neige, aber die Natur bereitet sich auch auf einen neuen Anfang vor, denn in jedem Ende wohnt auch ein neuer Anfang inne.

Die Tage sind kurz und kalt. Wenn du morgens in die Arbeit fährst, ist es wahrscheinlich dunkel, wenn du nach Hause zurückkommst, auch. Aber Ende Dezember ändert sich das dann, denn nach der Wintersonnwende werden die Tage wieder länger. Zunächst merkt man es kaum, aber Anfang Februar, zu Imbolc, ist die Veränderung schon deutlich zu sehen.

Es ist die stade Zeit, wie wir in Bayern sagen, die Zeit der Einkehr, der Besinnung, der Energiepegel ist ein anderer als z.B. im Hochsommer, wenn wir vor Energie nur so strotzen.

Wir gehen auf Weihnachtsmärkte, bringen mit Kerzen das Licht in unser Haus. Vielleicht hast Du ja auch einen offenen Kamin und bringst so auch das lebendige Feuer mit seiner Wärme und seinem Licht zu Dir, damit es die Dunkelheit vertreibt.

Es ist auch die Zeit, in der wir zurück schauen sollten, überlegen, was gut gelaufen ist, was nicht so gut war, was wir im nächsten Jahr in Angriff nehmen wollen, was wir erreichen möchten.

Was möchten wir im zu Ende gehenden Jahr lassen, was ins neue mitnehmen?

Was möchtest Du erneuern und was hindert Dich daran?

Vielleicht beginnt auch eine neue Phase, der Du mit Freude, aber auch mit ein wenig Bangen entgegenblickst. Auch Ängste und Befürchtungen haben ihre Berechtigung und haben an sich einen Sinn. Solange Du Dich nicht von ihnen ausbremsen und blockieren lässt, können sie Dich sogar unterstützen, wenn Du ihre Absicht erkennst.

Es ist eine gute Zeit für Meditationen und Kraftreisen. Du kannst zu dieser Zeit besonders gut wahrnehmen, was in Dir abläuft. Vielleicht signalisiert Dir auch Dein Körper durch eine Erkältung, einen Gang herunterzuschalten. Nimm Dir die Zeit, wieder gesund zu werden und Dich versorgen zu lassen, statt zu versorgen.

Wenn Du mehr nach innen schauen möchtest, Dir überlegen, was in Dir schlummert und im nächsten Frühjahr hinaus möchte, dann solltest Du jetzt in Dich gehen, Rückschau halten und Dich auf das besinnen, was Du wirklich möchtest.

Schau auf Deine eigene Dunkelheit. Jeder hat dunkle, düstere Seiten, doch sie gehören zu uns. Schau hin und nimm sie liebevoll an, denn auch sie sind ein Teil Deiner Persönlichkeit und machen Dich zu dem Menschen, der Du bist. Erinnere Dich an Geschichten wie den kleinen Hobbit oder den Herrn der Ringe. Auch da mussten die Helden durch ihre eigene Dunkelheit gehen, um wirklich bei sich anzukommen und in ihre Stärke zu gehen.

Wenn Du nicht allein hinschauen willst, dann lass es uns gemeinsam machen und ich unterstütze Dich gern dabei, Dich so anzunehmen, wie Du wirklich bist.

 

Die Wintersonnwende fällt etwa in die Weihnachtszeit. Da es sich um ein Sonnenfest handelt und die Erde nicht genau 365 Tage braucht, um einmal um die Sonne zu wandern, verschiebt sich das Datum immer ein wenig.

Nicht ganz zufällig wird etwa auch zu dieser Zeit Weihnachten gefeiert und gibt den Menschen wieder Hoffnung, dass es nach der Dunkelheit wieder hell wird.

Das Leben wird dann wieder leichter, der Kampf wird weniger. Auch die Natur hat dann den Kampf ums Überleben hinter sich, aber zur Zeit der Wintersonnwende tobt er noch mit Frost, Starrheit und Kälte.

Das Licht kommt in der Zeit der tiefsten Dunkelheit wieder zurück und mit ihm kehrt auch wieder das Leben zurück.

Das Jahresrad dreht sich weiter und es geht aufwärts. Noch ist die Energie aber auf einem ziemlich niedrigen Niveau und die wenigsten werden jetzt vor Energie strotzen. Nimm das als Hinweis, einen Gang zurückzuschalten, auch wenn sich die vorweihnachtliche Hektik breit macht.

Thema dieser Zeit ist Kontakt mit der Dunkelheit und Wiederkehr des Lichts, Hoffnung, Wiedergeburt, Erneuerung, sich seinen Ängsten (auch vor er Zukunft) stellen, Neues empfangen

Was kommt auf den Tisch?

Neben dem allgegenwärtigen Glühwein könntest Du bei Deinem Ritual Met verwenden. Mit der goldenen Farbe symbolisiert er die Sonne, er wärmt auch schön und mit dem Honig schmeckst Du auch ein wenig den Sommer.

Magst Du keinen Alkohol, dann wärme Dich mit einem Gewürztee. Nelken, Zimt oder Ingwer sind da genau richtig.

Ein Tee mit frischem Ingwer, Zitronensaft und Honig stärkt zudem die Abwehrkräfte.

Mit Orangen und Mandarinen holst Du Dir auch die Sonne auf den Tisch, rund und leuchtend wie sie sind.

Es ist die Zeit von Lebkuchen und Keksen.  Wie wäre es mit Plätzchen in Form einer Sonne* oder der Göttin*?

Wenn Du draußen Opfergaben bringst, dann vermeide bitte alles mit Schokolade, denn die ist für manche Tiere giftig. Auch im Wald kannst Du nicht ausschließen, dass Hunde oder Katzen daran naschen und das schadet ihnen.

Ich möchte Dir ein paar Anregungen geben, wie Du die Sonnenwende feiern kannst:

  • Lösche alle Lichter und setze Dich in ein dunkles Zimmer. Meditiere über die Dunkelheit. Was verbindest Du damit, was löst es in Dir aus? Zünde dann eine Kerze an und meditiere über das neue Licht, Deine Hoffnungen und Wünsche.
  • Schmücke Deine Wohnung mit immergrünen Pflanzen.
  • Gehe in der Dämmerung hinaus in den Wald und genieße die Ruhe und Stille, die klare Luft. Vergiß aber Deine Taschenlampe nicht, wenn Du unsicher bist.
  • Da die Wintersonnenwende dem Norden und damit dem Element erde zugeordnet ist, nimm einen Stein und meditiere mit ihm, vielleicht verrät er Dir etwas, denn er ist so viel älter als Du
  • Mache eine Sonnenmeditation: Stell Dir vor, Du stehst vor einem großen Sonnwendfeuer, die heiße Luft steigt nach oben und Du steigst mit ihr hinauf. Du steigst immer weiter hinauf bis zur Sonne. Du spürst die Hitze, sie ist aber nicht unangenehm, sondern wärmt und stärkt Dich, gibt dir Hoffnung in diesen dunklen, kalten Tagen. Ziehe diese Energie in Deinen Solar Plexus (der Punkt ca. 3 fingerbreit über Deinem Nabel). Bedanke Dich und kehre sanft zur Erde zurück.
  • Stelle Kerzen auf und bringe das warme sanfte Licht zu Dir nach Hause.
  • Verbrenne in einem feuerfesten Gefäß symbolisch das, was Du zurücklassen möchtest. Das können Zettel sein, Symbole oder auch Bilder.
  • Wenn es Dir möglich ist, dann mach draußen ein Sonnwendfeuer und begrüße damit das wiederkehrende Licht. Und wenn Du Dich traust, dann spring über das Feuer.
  • Begrüße den ersten Sonnenaufgang nach der längsten Nacht mit rasseln, trommeln, dem Sonnengruß  aus dem Yoga, Feuer oder Kerzen.

Denke daran, wenn Du mit Feuer, Kerzen und Glut arbeitest, dass Du feuerfeste Unterlagen hast und vorsichtig bist. Die Feuerwehr hat in der Advents- und Weihnachtszeit ohnehin genug zu tun, sei also bitte vorsichtig, dass nichts Feuer fängt!

Noch ein Tipp am Rande: Wenn Du schrägen schwarzen Humor magst, dann empfehle ich Dir von Terry Pratchett Schweinsgalopp*

Und jetzt Du! Welche Rituale und Bräuche verbindest Du mit Mittwinter ?

 

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